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KI-basierte Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Zentraler Notaufnahme

Hintergrund

Die präklinische und klinische Notfallversorgung gehört zu den anspruchsvollsten Bereichen des Gesundheitssystems, da nur wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden können.

Besonders bei zeitkritischen Notfällen wie Herz-Kreislaufstillständen oder der Versorgung schwerstverletzter Patienten ist eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Zentraler Notaufnahme entscheidend für das Überleben und das funktionelle Outcome der Patienten.

An dieser Schnittstelle bestehen jedoch noch einige strukturelle Defizite.

In vielen Regionen existiert keine flächendeckend standardisierte digitale Einsatzdokumentation und Voranmeldungen werden häufig telefonisch übermittelt. Dadurch kommt es nicht selten zu Informationsverlusten und Verzögerungen in der Behandlung, die das Risiko der Mortalität und der posttraumatischen Morbidität erhöhen.

Das Projekt

Das Projekt CONNECT_ED wurde ins Leben gerufen, um genau diese strukturellen Schwachstellen in der Versorgung von Herz-Kreislaufstillständen und schwerstverletzten Patienten systematisch zu beheben.

Im Zentrum des Projekts steht dabei die Entwicklung eines intelligenten Kollaborationsdienstes, der eine KI-basierte Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Zentraler Notaufnahme ermöglicht.

Durch diese technologiegestützte Vernetzung sollen…

  • Informationsverluste verhindert werden,
  • Prozesszeiten verkürzt werden und
  • Ressourcen effizient planbar gemacht werden.

Die Lösung

Der intelligente Kollaborationsdienst von CONNECT_ED vereint technologische und organisatorische Funktionen in einem integrierten System, das Rettungsdienst und Notaufnahme in Echtzeit vernetzt und die gesamte Notfallversorgung effizienter gestaltet. Die Lösung basiert auf fünf ineinandergreifenden Komponenten.

Komponente 1: Kommunikation

Für eine optimale Kommunikation ermöglicht die Smartphone-App eine Alarmierung der Zentralen Notaufnahme sowie eine erste ärztliche Beurteilung des Patienten via Videotelefonie.

Über die QR-Code-Kopplung mit dem Corpuls C3 können außerdem Vitalparameter in Echtzeit an die Klinik übertragen werden.

Zusätzlich erlaubt die integrierte Chatfunktion den Austausch von Textnachrichten, Sprachaufnahmen und Fotos zwischen Rettungsdienst und Klinikarzt.

Auf diese Weise wird die Informationsübermittlung standardisiert, beschleunigt und qualitativ verbessert.

Komponente 2: Dokumentation

Zur Dokumentation steht dem Rettungsdienst ein Tablet mit entsprechender Software zur Verfügung. Darüber können sämtliche Einsatzdaten sowohl per Hand als auch durch angepasste Workflows erfasst werden. Vitalparameter werden automatisch über eine Bluetooth-Kopplung mit dem Corpuls C3 in die Einsatzdokumentation übernommen.

Dies gewährleistet eine vollständige und strukturierte Verarbeitung der gesammelten Daten für anschließende administrative Zwecke.

Komponente 3: Ressourcenallokation

Der Kollaborationsdienst unterstützt die präklinische Ressourcenplanung durch eine strukturierte telemedizinische Voranmeldung des Patienten über das Tablet.

Die übermittelten Informationen des Rettungsdienstes werden sowohl auf dem Monitor der Notaufnahme als auch in der digitalen Pflegeakte angezeigt.

So können Ärzte und Pflegepersonal die Patientendaten einsehen, den Patienten vorab im System ankündigen und personelle sowie materielle Ressourcen effizient planen.

Komponente 4: Klinische Entscheidungsunterstützung

Das intelligente Assistenzsystem unterstützt notfallmedizinische Entscheidungen, indem es Prognosen zur Differentialdiagnostik und Therapie erstellt und den Personalbedarf im Schockraum ermittelt.

Dazu werden zwei Ansätze verfolgt:

  1. Ein wissensbasiertes KI-System leitet aus vorhandenen SOPs (Standard operating procedures) ein Regelwerk für die klinische Entscheidungsunterstützung ab.
  2. Mit KI-basierten Methoden des erklärbaren Machine Learnings (ML) werden aus einem Datenpool Vorhersagemodelle erzeugt.

Beide Ansätze werden durch erklärbare KI ergänzt, sodass nachvollziehbar bleibt, auf welchen Daten und Kriterien die Modelle basieren.

Komponente 5: Edukatives Feedback

Abgerundet wird der Kollaborationsdienst durch ein edukatives Feedback-System. Auf Basis gesammelter notfallmedizinischer Behandlungsdaten wird eine Feedbackakte erstellt, die den präklinischen Einsatzteams relevante Informationen zu Diagnosen, Maßnahmen und Weiterbehandlung liefert und so eine effektive Optimierung der Notfallversorgung ermöglicht.