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Kooperative Schlaganfallakutversorgung

Hintergrund

Ein Schlaganfall ist die häufigste Ursache für dauerhafte Behinderungen im Erwachsenenalter und stellt eine besondere Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Aufgrund der ausgeprägten Zeitabhängigkeit der Therapie führt jede Verzögerung im Versorgungsprozess zu einer Zunahme irreversibler Hirnschädigungen und verschlechtert das Patienten-Outcome.

Besonders kritisch ist die Schnittstelle zwischen präklinischer Notfallversorgung und klinischer Weiterbehandlung. Medienbrüche, Informationsverluste und nicht optimal abgestimmte Zuweisungsentscheidungen führen häufig zu zeitintensiven Sekundärverlegungen und verzögerter Intervention. Insbesondere bei Patienten mit Großgefäßverschluss, die auf eine mechanische Thrombektomie angewiesen sind, ist der direkte Zugang zur effektiven Schlaganfalltherapie von großer Bedeutung.

Das Projekt

Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt "StroConnect" initiiert. Ziel des Projekts ist eine kooperative Schlaganfallakutversorgung mit verbessertem Therapiezugang durch Einbindung des Rettungsdienstes in ein neurovaskuläres Netzwerk.

Zentrale Zielsetzung ist die Optimierung der Schnittstelle zwischen Präklinik und Klinik.

Dadurch sollen...

  • Verzögerungen im Behandlungsablauf verringert,
  • Sekundärverlegungen vermieden,
  • der direkte Zugang zur Thrombektomie verbessert und
  • langfristig funktionelle Einschränkungen verringert werden.

Die Lösung

StroConnect implementiert eine sektorenübergreifende, technologiegestützte Versorgungsform, die aus vier zentralen Komponenten besteht.

Komponente 1: Teleneurologische Konsultation

Bei Schlaganfallverdacht nimmt der Rettungsdienst über eine App Kontakt zum Telestrokedienst auf, um ärztliche Unterstützung bei der Einschätzung der neurologischen Symptome zu erhalten.

Mittels Videotelefonie wird ein Neurologe hinzugezogen, der den Patienten direkt beurteilen kann. Zusätzlich können Fotos, Videos oder Sprachnachrichten übermittelt werden, damit die Einschätzung des Schweregrades sowie die Zuweisungsempfehlung erfolgen kann.

Neurologische Expertise wird somit direkt am Einsatzort verfügbar gemacht.

Komponente 2: Digitaler Kapazitätsabgleich

Sobald der Behandlungsbedarf feststeht, wird die passende Zielklinik ausgewählt. Bei hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Großgefäßverschluss wird über das regionale Bettenkapazitätsnachweis-System geprüft, welche Kliniken für eine Thrombektomie verfügbar sind.

Dadurch wird sichergestellt, dass der Patient direkt in die am besten geeignete Klinik transportiert wird und somit Sekundärverlegungen reduziert werden und wertvolle Zeit gespart wird.

Komponente 3: Telemedizinische Voranmeldung und digitale Übergabe

Während des Transports werden alle relevanten Patientendaten vorab über ein Einsatzdokumentationssystem digital an die Zielklinik übermittelt.

Das Notaufnahmeteam und der Telestrokedienst können dadurch bereits vor Eintreffen des Patienten auf Befunde, Fotos und eine Schlaganfall-Checkliste zugreifen und sich optimal auf die Ankunft des Patienten vorbereiten.

Somit werden Informationsverluste vermieden und die innerklinische Prozesszeit verkürzt.

Komponente 4: Digitales Feedback

Nach Abschluss der Akutversorgung erhält das präklinische Einsatzteam von der Klinik eine digitale Rückmeldung zur Diagnose sowie Informationen zur Weiterbehandlung des Patienten.

Dieses Feedback ermöglicht eine kontinuierliche Verbesserung der Prozesse im Rettungsdienst und steigert langfristig die Qualität der präklinischen Versorgung.

Erwartbare Ergebnisse

Insgesamt schafft StroConnect durch diese vier Komponenten eine nahtlose Verbindung zwischen Präklinik und Klinik.

Mittelbare Ergebnisse

  • Weniger Verlegungen
  • Verbesserter Zugang zu zeitkritischer Schlaganfallakuttherapie
  • Häufigere und schnellere Thrombektomie
  • Erfolgreiche Schlaganfallbehandlung

Langfristige Ergebnisse

  • Weniger Behinderung und bessere Lebensqualität der Patienten
  • Weniger Pflegebedarf für die Kostenträger
  • Engere Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Klinik-Neurologie
  • Bedarfsgerechte Nutzung knapper Behandlungsressourcen